Räuchern mit dem Gasgrill

Bei der Entscheidung zwischen einem Gas- oder Holzkohlegrill scheiden sich die Geister. Bei der Neuanschaffung eines Grills wiegen sich die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Geräte nahezu auf. Als großer Nachteil eines Gasgrills wird oft das fehlende Raucharoma genannt. „Mit einem Gasgrill ist ein rauchiger Geschmack nicht möglich“, heißt es.

Diese These ist jedoch leicht zu wiederlegen, hier finden Sie eine kleine Einführung ins Räuchern mit dem Gas-Grill, für den typischen und leckeren Rauchgeschmack beim Grillen.

Kurzeinführung ins Räuchern

Räuchern dient neben dem bekannten Aspekt der „Konservierung“ auch zur Aromatisierung von Lebensmitteln, wie beispielsweise Grillgut. Das Geschmacksresultat vom Fleisch wird dadurch positiv beeinflusst.

Beim Räuchern unterscheidet man zwischen zwei Räucherarten, das Kalt- und das Heißräuchern. Während des Räucherprozesses wird den Lebensmitteln Flüssigkeit entzogen und die Lebensmittel erhalten den typisch rauchigen Geschmack.

Beim Heißräuchern wird durch die Temperatur das Räuchergut schonend gegart während beim Kalträuchern hingegen die Lebensmittel „roh“ bleiben. Beispielsweise roher gerauchter Schinken oder geräucherter Fisch.

Wir konzentrieren uns in diesem Beitrag auf das heißräuchern mit dem Gasgrill. Das Warm- und Heißräucherverfahren bewegt sich bei Temperaturen von 60 bis 130 °C. Das Fleisch wird schonend gegart. Im Gegensatz zum Kalträuchern hat das heiß geräucherte Grillgut keine längere Haltbarkeit. Verzehren Sie es zeitnah, möglichst am gleich Tag.

Was Sie benötigen

Bei Ihrem Gasgrill sollte es sich um ein geschlossenes System mit Deckel handeln. Bei Geräten die sich nicht schließen lassen verfliegt der Rauch und Sie erzielen nicht ihr gewünschtes Ergebnis.

Um mit Ihrem Gasgrill räuchern zu können benötigen Sie kein teures und aufwendiges Zubehör. Zum Einstieg reicht bereits Alufolie oder eine Aluschale. Wenn Sie regelmäßig räuchern möchten, empfiehlt sich jedoch eine Räucherpfeife oder eine Räucherbox.

Nun fehlt Ihnen nur noch das richtige Räucherholz. Die verschiedenen Holzsorten können den

Geschmack Ihres Grillguts unterschiedlich beeinflussen. Mit Nusshölzern erzielen Sie einen intensiven herzhaften Geschmack, Fruchthölzer verleihen Ihrem Grillgut ein mild-fruchtiges Raucharoma.

Räucherchips oder Räucherspäne

Beim Räuchermaterial haben Sie die Wahl zwischen Räucherchips, Räucherspäne, Räucherchunks und Räuchermehl. Unterschieden wird anhand der Größe der Holzstücke, die durch den Mahlvorgang entstehen.

Räuchermehl entzündet sich selbst, sobald die Räucherbox heiß ist, daher ist es sehr empfehlenswert für die Verwendung im Gasgrill. Räucherspäne und Räucherchips sind größer, lassen sich jedoch ebenfalls ideal im Gasgrill verwenden.

Von Räucherchunks sollten Sie absehen, diese eigenen sich besser zur Nutzung im Smoker oder Holzkohlegrill. Zum Einstieg ins Räuchern empfehle ich Ihnen Buchenholz. Damit erhalten Sie den klassischen und nicht zu starken Rauchgeschmack. Wenn Sie Verzichten Sie im jeden Fall auf die Verwendung von Nadelhölzern, Altes oder sehr frisches Holz, bearbeitetes Holz und Ölhaltige Hölzer. Durch die Öle, Lösungsmittel, Versiegelungen und die enthaltene Feuchtigkeit können sich gesundheitsschädliche Gase bilden.

Räucherchips erhalten Sie in Ihrem lokalen Grill-Fachhandel, oder Sie können Räucherchips online kaufen

Räuchern im Gasgrill

Nun kommen wir zum Räuchern im Gasgrill. Vorab müssen Sie sich zwischen Nass- und Trockenräuchern entscheiden.

Beim Nassräuchern weichen Sie ihr Räuchermaterial ca. 30-60 Minuten vor dem Grillvorgang in Wasser ein. Beim Trockenräuchern hingegen verzichten Sie auf das Wässern und platzieren es „trocken“ in Ihrer Räuchervorrichtung. Die Rauchentwicklung ist beim Trocken-Räuchern zu Beginn deutlich stärker, jedoch ist das „rauchen“ auch von kürzerer Dauer.

Unterschiedliche Erfahrungswerte zeigen unterschiedliche Ergebnisse. Wenn Sie sich sehr unsicher sind empfehle ich Ihnen das Nassräuchern, da mit dem Trockenräuchern auch schnell ein zu „rauchiges“ Geschmackserlebnis erzielt werden kann.

Ich persönliche Verwende hierbei die 50:50 Methode und verwende 50% trockene und 50% gewässerte Räucher-Chips. Platzieren Sie die Räucherchips nun mithilfe ihrer Räuchervorrichtung im Gasgrill über einer Hitzequelle. Idealerweise auf dem Abschirmblech Ihrer Brenner.

Bereits nach kurzer Zeit sehen Sie weißen Rauch aus Ihrer Räuchervorrichtung aufsteigen. Platzieren Sie nun Ihr Grillgut im indirekten Grillbereich und nicht direkt über der Hitzequelle, sodass das Grillgut schonend garen kann.

Je nach Rezept und Dauer des Räuchervorgangs kann die Intensität des Rauchgeschmacks variieren.

Alternativen zum Räuchern

Mit dem Grill zu räuchern ist keine Zauberei. Falls Sie sich jedoch nicht mit dem Räuchern anfreunden können, aber trotzdem einen rauchigen Geschmack erzielen möchten, können Sie sich mit anderen Mitteln behelfen.

„Wood Papers“ oder „Wood Planks“ können eine Alternative sein um einen rauchigen Geschmack zu erzeugen. Alternativ dazu können Sie mit Rauch-Aromen oder Holzkohle-Öl einen rauchigen Geschmack erzielen.